Donnerstag, Juli 7, 2022
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Gourmet-Tour im Turin der Schokolade

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Die Liebe zwischen Turin und der "Speise der Götter" reicht fast fünf Jahrhunderte zurück, so sehr, dass die Stadt als "Schokoladenhauptstadt" bezeichnet werden kann. Kakao ist hier eine echte Tradition, die sowohl in den historischen Cafés als auch in den Boutiquen der neuen, preisgekrönten Maître Chocolatiers zelebriert wird.

Turin hat eine lange und wichtige Tradition in der Schokoladen- und verwandten Industrie und kann zu Recht als die italienische Schokoladenhauptstadt bezeichnet werden. Bei einem Spaziergang durch die Stadt ist es unmöglich, nicht vom Duft von Kakao und gerösteten Haselnüssen berauscht zu werden, der von den vielen Schokoladengeschäften ausgeht, die die Straßen des historischen Zentrums säumen. Es genügt, die Schwelle eines der historischen Cafés der Stadt zu überschreiten, um in die Atmosphäre des Fin de Siècle einzutauchen, die seit dem neunzehnten Jahrhundert unverändert geblieben ist. Von Pralinen in allen Formen und Geschmacksrichtungen, über Tafeln, bis hin zu Schokolade in der Tasse und der typischen „Bicerin“, gibt es viele Gelegenheiten, die die Stadt bietet, um den Gaumen der Gierigsten zu verwöhnen. Wir schlagen Ihnen eine unwiderstehliche Tour durch das Turin der Schokolade vor.

Wo könnte man unsere köstliche Tour besser beginnen als im so genannten „Schokoladenviertel“? Eine Handvoll Straßen im historischen Zentrum der Stadt, mit einer solchen Konzentration an Köstlichkeiten, dass selbst eingefleischten „Chocoholics“ der Kopf schwirrt. In der Via Carlo Alberto befindet sich die Boutique Caffarel. Nicht weit von hier, im alten Labor, wurde zum ersten Mal Gianduiotto hergestellt. Unnötig zu sagen, dass Sie hier genau richtig sind, wenn Sie Familie und Freunde mit einem süßen Souvenir erfreuen wollen.

Ein Stück weiter, in der Via Lagrange, befindet sich einer der berühmtesten Meister-Chocolatiers der Welt (in Japan ist er zum Beispiel eine echte Berühmtheit): Guido Gobino. Hier können Sie seine preisgekrönten Pralinen probieren, darunter die „Tourinot„, seine Mikroversion des Gianduiotto, und diejenige, die von der renommierten Academy of Chocolate in London als „Beste Praline der Welt“ ausgezeichnet wurde: eine Gianduja-Schokolade, angereichert mit Vollmeersalz und extra nativem Olivenöl aus Taggia.

In der Via Maria Vittoria stoßen wir erfreulicherweise auf die Boutique des ebenfalls preisgekrönten Maitre Chocolatier Guido Castagna. Sein Gianduiotto wird aus Kakaobohnen hergestellt, die er von zertifizierten Kooperativen bezieht. Der unaufdringliche Laden mit Designer-Touch empfängt seine Besucher mit einer großen Auswahl an Riegeln, Aufstrichen, Cremini und Trüffeln.

Ein paar Fenster weiter befindet sich der Laden von Davide Appendino, einem echten „Schokoladenhandwerker“. Seine Produktion basiert auf der Methode „von der Bohne bis zur Tafel“: Er wählt den Rohstoff aus, wobei er die besten Herkünfte auswählt, und schleifert dann in seiner Werkstatt die Kakaobohnen mit Steinen, um das fertige Produkt herzustellen. Der höchste Ausdruck dieses Prozesses sind seine Single-Origin-Riegel.

Aber es gibt nicht nur Pralinen: ein weiteres typisches Produkt, das von den Turinern sehr geliebt wird, ist das „Bicerin“, ein Heißgetränk auf der Basis von Espresso, Schokolade und Milchcreme, das seinen Namen von den kleinen Gläsern ohne Henkel hat, in denen es serviert wurde und das 1763 im gleichnamigen Café entstand. Im Herzen von Turin, an der charmanten Piazza della Consolata gelegen, existiert Il Bicerin noch immer und serviert Touristen, Studenten, Turiner „Madame“, Politikern und Intellektuellen einen herzhaften Imbiss. Aber dieses schmackhafte „Getränk der Götter“ wird auch in einem anderen historischen Turiner Lokal serviert: Baratti & Milano, mit Blick auf die Galleria Subalpina, in Piazza Castello, seit 1858 „Lieferant des Königshauses“. Hier können Sie in altmodischer Atmosphäre neben den „Bicerin“ auch die berühmten „Cremini“ sowie „Cuneesi“, piemontesische Haselnusspralinen und die klassischen „Baratti“-Bonbons probieren.

Wenn Sie hingegen die klassische heiße Schokolade in einer Tasse bevorzugen, ist der ideale Ort Fiorio, in der sehr zentralen Via Po, ein weiteres historisches Café, das der Treffpunkt der Politiker und Staatsmänner des italienischen Risorgimento war. Fiorio ist auch ein Referenzpunkt in Turin für hausgemachtes Eis, es scheint sogar, dass die Eistüte hier erfunden wurde.

Wenn Sie hingegen mehr über den Prozess der Schokoladenherstellung erfahren und die Maschinen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bewundern möchten, dürfen Sie sich Pfatisch nicht entgehen lassen, ein weiterer Ort, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet wurde, dessen Werkstatt fast als Schokoladenmuseum bezeichnet werden kann und in dem Sie einzigartige Spezialitäten probieren können, wie z. B. das „Festivo“, ein mit Schokoladen-Chantilly-Creme gefülltes und mit Schokoladensplittern bedecktes Kakaobaiser.

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