Donnerstag, Oktober 6, 2022
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Der Park der Murgia Materana: zwischen Natur, Archäologie und Geschichte

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In den Tuffsteinhöhlen, die die zerklüftete Landschaft der Murgia durchziehen, haben im Laufe der Jahrhunderte viele Mönche Zuflucht gefunden und sie mit prächtigen Fresken versehen. Ein Gebiet, das es zu erkunden gilt, vielleicht mit einem organisierten Trekking.

Von den Sassi und ihren zahlreichen Aussichtspunkten aus kann man in Richtung Osten die wunderbare archäologische Naturlandschaft des Parco della Murgia Materana e delle Chiese Rupestri sehen. Es erstreckt sich über etwa 8000 Hektar zwischen den Gemeinden Matera und Montescaglioso und wurde 1990 gegründet, um den natürlichen Lebensraum und das Erbe der Felsenkirchen zu schützen, wiederherzustellen und aufzuwerten. 2007 wurde es in die bereits 1993 proklamierte UNESCO-Stätte der Sassi aufgenommen.

Lassen Sie sich nicht von seinem rauen Erscheinungsbild täuschen, denn das Gebiet des Murgia-Parks verbirgt tatsächlich eine Schönheit, die von imposanten Felsen, hügeligen Weiten, Wasserfällen und tiefen Schluchten geprägt ist. Es beherbergt zahlreiche Tierarten, darunter den zum Symbol gewordenen Turmfalken, und eine Flora, die etwa 923 Arten umfasst, von denen etwa hundert sehr selten sind. Sich in der Stille dieser Landschaft zu verlieren und im Hintergrund nur das Rauschen des Baches zu hören, der den Canyon streichelt, ist eine fast mystische Erfahrung.

Aber der Park ist auch eine der wichtigsten archäologischen Stätten Italiens und ein Spaziergang auf seinen Wegen ist wie ein Tauchgang in die Geschichte, durch Höhlen aus dem Paläolithikum und Neolithikum, die zur Heimat der prähistorischen Menschen auf der Suche nach Schutz wurden, verschanzte Dörfer und Felsenkirchen. Die mehr als 150 Kirchen, die fast vollständig in den Fels gehauen sind, stammen aus einer Zeit vom frühen Mittelalter bis zum neunzehnten Jahrhundert.

Diese alten Kultstätten sind mit der Ansiedlung verschiedener kirchlicher Institutionen in diesem Gebiet verbunden, darunter griechisch-orthodoxe und benediktinische Mönche, die die Höhlen mit Bögen, Gewölben und Schiffen erweiterten und mit prächtigen Fresken verschönerten.

Einige von ihnen zeichnen sich durch das Vorhandensein eines einzigen Schiffes aus, wie die Kirche der „Madonna della Croce“, andere sind zweischiffig wie die Kirche des „Cappuccino Vecchio“ oder dreischiffig wie die „Madonna delle tre Porte“. Die in den Felsen der Murge eingelassenen Kirchen sind wahre Schmuckstücke, aber eine von ihnen glänzt am meisten: es ist die „Krypta der Erbsünde“, bekannt als „Sixtinische Kapelle“ der Wandmalerei, an deren Wänden sich ein außergewöhnlicher Gemäldezyklus aus dem neunten Jahrhundert befindet.

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